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Diagonale'24 Preisträger:innenfilme - Programmschwerpunkt
Jedes Jahr aufs Neue präsentiert die Diagonale das aktuelle heimische Filmschaffen in seiner Vielfalt. Die Preisverleihung ist dabei immer ein besonderes Highlight. Zur Einstimmung haben wir ein Programm mit letztjährigen Preisträgerfilmen zusammengestellt. Mit ANQA und STRANGERS LIKE US sind auch zwei exklusive VOD-Premieren dabei.
Großer Diagonale-Preis: Bester Spielfilm
Martha Mechow für
DIE ÄNGSTLICHE VERKEHRSTEILNEHMERIN
Jury: Ortrun Bauer, Elena Meilicke, Silvan Zürcher
Auszug aus der Begründung der Jury:
„Vom ersten Bild, vom ersten Ton an waren unsere Sinne hellwach. Gebannt und mit leisem Staunen folgten wir einem unberechenbaren Reigen, der von einer unbändigen Experimentierfreude und Lust am Geschichtenerzählen durchdrungen ist. Wie es Regisseurin Martha Mechow hier schafft, durch ihren poetisch-verspielten Umgang mit Sprache und Text, mit Sprechen, Verfremdung, mit Irritation und Musik eine audiovisuelle Skulptur zu komponieren, die mal leichtfüßig ist, mal verkopft, mal poetisch, albern, dann wieder ernst, aber immerzu lebendig, hat uns begeistert…“
Bei uns könnt ihr Auszüge aus einem Interview mit der Filmemacherin aus der Fidback-Zeitschrift nachlesen.
Großer Diagonale-Preis: Bester Dokumentarfilm
Diagonale-Preis: Beste künstlerische Montage Dokumentarfilm
Helin Çelik und Sara Fattahi für
ANQA
Jury: Dunja Bialas, Tsveta Dobreva, Cem Kaya
Auszüge aus den Begründungen der Jury:
„In ruhigen Bildern und extremen Naheinstellungen schafft die Regisseurin eine intime Nähe zu ihren Protagonistinnen, kriecht förmlich unter ihre Haut. Sukzessive entfaltet sich das Enigma ihrer Existenz, und eindrucksvoll zeigt sich die große Kraft dokumentarischen Erzählens, die in aller Einfachheit direkt aus den Figuren heraustritt.“
„Ultranahe, minutiös gefilmte Fragmente setzen sich zu einer Gewaltgeschichte zusammen, die drei Frauengenerationen erlitten haben. Stück für Stück werden immer mehr Zusammenhänge deutlich, bis schließlich das Geheimnis entrollt ist und der Austritt aus dem Trauma durch die Montage als Utopie erfahrbar wird.“
Diagonale-Preis: Beste Bildgestaltung Spielfilm
Nora Einwallner für
ASCHE
Jury: Ortrun Bauer, Elena Meilicke, Silvan Zürcher
Auszug aus der Begründung der Jury:
„Die Kamera von Nora Einwaller in Asche besticht mit starken Bildern, intensiver Farbigkeit und einer mutig geführten Handkamera… Mit begrenzten Mitteln, viel Engagement und großer Leidenschaft schafft Nora Einwaller hier kraftvolle und wuchtige Bilder – Bilder einer neuen Generation? … Eine ‘queerfeministische Kamera‘ könnte es doch schon geben…?“
Diagonale-Preis: Beste künstlerische Montage Dokumentarfilm
Leandro Koch, Javier Favot für
THE KLEZMER PROJECT
Jury: Ortrun Bauer, Elena Meilicke, Silvan Zürcher
Auszug aus der Begründung der Jury:
„Der Schnitt lässt uns teilhaben am Entstehungsprozess des Filmes an sich, folgt wie ein Roadmovie der persönlichen familiären Spurensuche des Regisseur und verknüpft so die sehr unterschiedlichen Stränge des Film… Diese gelungenen Verschachtelungen sind Ergebnis einer Montagearbeit, die eine sympathische Risikofreude spüren lässt.“
Diagonale-Preis: Beste Bildgestaltung Dokumentarfilm
Diagonale-Preis: Bestes Sounddesign Dokumentarfilm
Julia Gutweniger und Florian Kofler für
VISTA MARE
Jury: Dunja Bialas, Tsveta Dobreva, Cem Kay
Auszüge aus den Begründungen der Jury:
„Die Absurdität immer gleicher, standardisierter Handlungen des wie am Fließband abgewickelten Tourismus‘ tritt in wahrhaften Leinwandgemälden hervor. Die offenen und doch präzise gerahmten Bilder laden zum Erkunden ein und sind eine unaufdringliche Schule des Sehens, die den Blick beiläufig zum eigentlichen Akteur des Films werden lässt.“
„Dass der Mensch in der Masse untergeht, macht auf eindrückliche Weise der entrückte Sound des Gewimmels am Adria-Strand erfahrbar. Worte sind austauschbare Bausteine der PR-Maschinerie, Songs nur dafür da, um alles in Gang zu halten. Subtil künden das Gewirr und das Brummen, das Klackern und Klickern, das Summen und Rauschen von der kurzen Auszeit an einem Urlaubsort.“
Diagonale-Preis: Beste Filmmusik Spielfilm
Diagonale-Preis: Bestes Kostümbild Spielfilm
Markus Binder & Tanja Hausner für
CLUB ZERO
Jury: Ortrun Bauer, Elena Meilicke, Silvan Zürcher
Auszüge aus den Begründungen der Jury:
„Eigenwillig, erfrischend, rhythmisierend und manchmal fremdartig anmutend bleibt die Filmmusik von Markus Binder in dem Film CLUB ZERO nicht im Hintergrund. Sie ist weder untermalend noch illustrativ, sie tritt als eigenständige Protagonistin / Akteurin auf und ist stets präsent, ohne sich aufzudrängen… Markus Binder schuf mit der Filmmusik zu CLUB ZERO einen unverwechselbaren, eigenen Klang.”
„Farben, Schnitte, Stoffe und Muster charakterisieren und typisieren dabei einzelne Figuren, Paare und Gruppen im großen Ensemble-Cast von CLUB ZERO und stellen sie einander in spannungsvoller Konfrontation gegenüber: der opulente Glamour der einen gegen die steife und uniforme Askese der anderen.“
Thomas Pluch Preis für kurze oder mittellange Kinospielfilme: Bestes Drehbuch
Felix Krisai und Pipi Fröstl für
STRANGERS LIKE US
Jury: Libertad Hackl, Senad Halilbašić, Marie-Therese Thill
Auszug aus der Begründung der Jury:
„Mit großer Leichtigkeit werden an einem Abend Wünsche, Erwartungen, das Ringen um Übereinstimmung ebenso en passant verhandelt wie gesellschaftliche Themen. Dabei schlägt die Geschichte immer wieder unerwartete Haken: Was als Beziehungsdrama beginnt, spielt bald mit Motiven des Horrorfilms und Psychothrillers und schafft damit kluge Irritationen, die noch neugieriger machen.”
Franz Grabner Preis: Bester Kino-Dokumentarfilm
Günter Schwaiger für
WER HAT ANGST VOR BRAUNAU?
Jury: Karin Berghammer, Olga Kosanović, Martin Kowalczyk
Auszug aus der Begründung der Jury:
„Der Preisträgerfilm ist das liebevoll gestaltete Portrait einer außergewöhnlichen Frau, die nicht nur besonders klug, integer und visionär war, sondern beseelt von der Idee, einen Unterschied zumachen. Der Film ist getragen von einer fundierten Recherche zu seiner Protagonistin, sowie den gesellschaftspolitischen Implikationen ihres Wirkens und zeichnet sich formal durch eine handwerklich solide und stimmige Umsetzung, mit viel Gespür für Details auf allen Ebenen, aus.”
Diagonale-Schauspielpreis
Diagonale-Preis: Produktion
Voodoo Jürgens und 2010 Entertainment für
RICKERL
Jury: Ute Baumhackl, Zeynep Buyraç, Christian Konrad, Marion Mitterhammer, Goran Rebić / VAM
Auszüge aus den Begründungen der Jurys:
„In einem wunderbaren Ensemble entfaltet sich Voodoo Jürgens Schicht für Schicht zum Schauspieler David Öllerer, der auf feinfühlige und beeindruckende Weise die Geschichte des Rickerl aus der Wiener Vorstadt auf die große Kinoleinwand bringt, mit seinem respektvollen und leidenschaftlichen Zusammenspielen mit allen Figuren, von groß bis klein, lässt er Rickerl um sein verloren geglaubtes Leben kämpfen und erzeugt dabei eine unwiderstehliche Kraft und Nähe.“
„Das junge Salzburger Unternehmen ist engagiert, international vernetzt und hat es geschafft sich innerhalb weniger Jahre in beeindruckender Art und Weise in der österreichischen Filmwirtschaft zu etablieren. RICKERL besticht durch seine konsequente Haltung alles zu vermeiden was nicht authentisch, ehrlich oder direkt aus dem Leben gegriffen scheint. Diese Haltung erfordert Mut und Können. Diese Fähigkeiten besitzt, die in Salzburg residierende junge Filmproduktion und ihre Vertreter in hohem Maße.“
Diagonale-Preis: Bestes Szenenbild Spielfilm
Diagonale-Schauspielpreis
Diagonale-Preis: Produktion
Thomas Pluch Drehbuchpreise 2024: Spezialpreis der Jury
Martin Reiter, Birgit Minichmayr und coop99 filmproduktion für
MIT EINEM TIGER SCHLAFEN
Jury: Ortrun Bauer, Elena Meilicke, Silvan Zürcher / Ute Baumhackl, Zeynep Buyraç, Christian Konrad, Marion Mitterhammer, Goran Rebić / VAM / Adis Djapo, Frauke Finsterwalder, Hansjörg Weißbrich
HIER KOMMT IHR ZU UNSEREM INTERVIEW MIT BIRGIT MINICHMAYR ÜBER DEN FILM
Auszüge aus den Begründungen der Jurys:
„Die Farbe Weiß spielt eine Hauptrolle in diesem Künstlerinnen-Film, dessen wichtigste Schauplätze Ateliers und Ausstellungsräume und auch die unbemalte Leinwand sind. Martin Reiters Szenenbild arbeitet mit Weiß in verschiedensten Schattierungen und Abstufungen – Cremeweiß, Eierschalenweiß, Titanweiß – und schafft damit aufregend nuancierte Räume. In diese Räume werden mit Bedacht Requisiten platziert, die in den typischen Farben der Lassnig gehalten sind: ein Stuhl in Lindgrün, ein Telefon in Türkis. So setzt Reiters Szenenbild Film und Malerei ins Verhältnis zueinander und findet eine genuin filmische Übersetzung für die Malerei von Maria Lassnig.“
„Es ist schwer kein Muffensausen zu verspüren bei diesem hohen Drahtseilgang durch das Leben der Maria Lassnig, die Birgit Minichmayr in atemberaubender und kongenialer Weise verkörpert, ohne ein Fangnetz und ganz ohne Maske, vom Kindes- bis zum Greisenalter, zieht sie, wie die Künstlerin selbst, schmerzlich unter die Haut gehend und mit höchster Intensität, Spuren auf der weißen Leinwand, die im Grunde unser aller gemeinsames Schicksal darstellen.“
„Mit Anja Salomonowitz’ Film über Maria Lassnig hat der Produzent Antonin Svoboda gemeinsam mit dem Herstellungsleiter Bruno Wagner einen weiteren Meilenstein des österreichischen Arthouse-Kinos gesetzt. Purer Idealismus, das Vertrauen und die Ruhe, sich auf das außer- und ungewöhnliche Konzept der Regisseurin einzulassen, und die Lust, ein Genre zu bedienen, das in dieser Formein Alleinstellungsmerkmal genießt, zeichnet Antonin Swobodas Produzententätigkeit aus.“
„Die assoziative Nutzung der unterschiedlichsten Medien wie Spielfilm, Dokumentarfilm und Theater unterstreichen den Charakter der Protagonistin, die zeitlebens sowohl visionär als auch radikal und kompromisslos war und lange Zeit nicht die gebührende Anerkennung bekam. Die Künstlerin Maria Lassnig hatte ihr Leben lang damit zu kämpfen, nicht in die Konventionen zu passen, vor allem auch weil sie eine Frau war. Ihr Leben und ihre Kunst werden Eins in diesem Drehbuch.“
2024 erhielt Lukas Miko den Großen Schauspielpreis für Verdienste um die österreichische Filmkultur.
Zu diesem Anlass haben wir mit dem außerordentlichen Charakterdarsteller ein Interview geführt und Filme mit ihm zusammengestellt. Die ausführlichen Jurybegründungen der Preisträgerinnen 2024 gibt es hier. |
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