Is There Anybody Out There? Ella Glendining, UK 2023, 87 min
Englische OV mit enUT (optional mit englischer Audiodeskription)
„Ich wollte, dass dieser Film ein Schlachtruf für behinderte Menschen ist", sagt Ella. Er fordert fundamentale Fragen von Normkritik: Wer entscheidet, was ein „normaler" Körper ist? Wie macht die Konstruktion von „Normalität" Menschen unsichtbar? Die größte Barriere, so erzählt der Film, ist nicht der Körper, sondern die Welt, die diesen Körper als Problem definiert – also runter mit den L
Is There Anybody Out There? Ella Glendining, UK 2023, 87 min
Englische OV mit enUT (optional mit englischer Audiodeskription)
„Ich wollte, dass dieser Film ein Schlachtruf für behinderte Menschen ist", sagt Ella. Er fordert fundamentale Fragen von Normkritik: Wer entscheidet, was ein „normaler" Körper ist? Wie macht die Konstruktion von „Normalität" Menschen unsichtbar? Die größte Barriere, so erzählt der Film, ist nicht der Körper, sondern die Welt, die diesen Körper als Problem definiert – also runter mit den Lichtschaltern! IS THERE ANYBODY OUT THERE ist ein visuell beeindruckender, politisch radikaler und zutiefst persönlicher Film über die Suche nach Community als politischen Akt gegen strukturelle Ableismen und Einsamkeit.
Der Film macht sichtbar, dass Ellas Suche deshalb so schwierig ist, weil die Barrieren, denen sie begegnet, auf mehreren Ebenen wirken. Da sind die physischen Barrieren – Lichtschalter zu hoch, Arbeitsplatten unerreichbar, öffentliche Räume nicht zugänglich. Dann die sozialen Barrieren – das Starren, die Diskriminierung durch Arbeitgeber, die verletzende Sprache. Weiter die epistemischen Barrieren – die fehlende Repräsentation in Medien, die fehlenden medizinischen Informationen über ihre seltene Bedingung, die fehlenden Vorbilder. Und schließlich die reproduktiven Barrieren – die Annahme, dass behinderte Menschen keine Eltern werden sollten oder können, die Unsichtbarkeit von Schwangerschaft und Mutterschaft als behinderte Person. Diese Barrieren wirken zusammen und verstärken sich gegenseitig.
Ellas Weg zur radikalen Selbstliebe ist auch ein Kampf gegen internalisierten Ableismus – jene Momente, in denen sie selbst ihre Würdigkeit hinterfragt, sich fragt, ob sie genug ist. Der Film zeigt, wie Ableismus sich alltäglich manifestiert: in Blicken, in Sprache, in räumlichen Designs, in Annahmen darüber, was Menschen können oder nicht können. Wie erkennen wir Ableismus, wenn er subtil ist? Wie unterscheiden wir zwischen gut gemeinter „Hilfe" und paternalistischer Bevormundung? Was bedeutet „radikale Selbstliebe" als politischer Akt gegen internalisierte Abwertung? Und welche Rolle spielen Medien und Repräsentation dabei, Vorstellungen von „Normalität" zu verschieben?