Wo wir hingehören Jonah Wögerbauer, DE 2024, 15 min
Deutsche OV mit deUT
Bist du gelähmt Gabriele Mathes, AT 1988, 18 min
Deutsche OV mit deUT
Ein Rollator für sich allein Marion Porten, AT 2025, 19 min
Deutsche OV mit deUT
In WO WIR HINGEHÖREN von Jonah Wögerbauer konfrontiert uns die taube Aktivistin Xenia mit ihrem eigenen Spiegelbild: Der frisch rasierte Kopf macht das Cochlea-Implantat sichtbar – ein bewusster Akt der Selbstermächtigun
Wo wir hingehören Jonah Wögerbauer, DE 2024, 15 min
Deutsche OV mit deUT
Bist du gelähmt Gabriele Mathes, AT 1988, 18 min
Deutsche OV mit deUT
Ein Rollator für sich allein Marion Porten, AT 2025, 19 min
Deutsche OV mit deUT
In WO WIR HINGEHÖREN von Jonah Wögerbauer konfrontiert uns die taube Aktivistin Xenia mit ihrem eigenen Spiegelbild: Der frisch rasierte Kopf macht das Cochlea-Implantat sichtbar – ein bewusster Akt der Selbstermächtigung, der den Blick der anderen vorwegnimmt und umkehrt. Durch ihr Fotoprojekt inszeniert sie den Dialog mit anderen CI-Träger*innen und stellt die Frage nach Zugehörigkeit neu: Wo gehören wir hin? Wer entscheidet das? Der Titel spielt dabei nicht nur mit der ausgrenzenden Geste („da gehörst du hin" im Sinne von „hier nicht"), sondern verweist dabei auf das Hören selbst – auf die Frage, wem wir zuhören und wie.
BIST DU GELÄHMT, der partizipative Film von Gabriele Mathes aus dem Jahr 1988, kehrt eine ableistische Redewendung des Wiener Dialekts um und macht sie zur Anklage: Bist du gelähmt, wirst du bemitleidet, bevormundet, ausgeschlossen. Der Film dokumentiert nicht nur die Forderungen behinderter Menschen nach gesellschaftlicher Teilhabe, sondern richtet den Blick zurück auf die „able-bodied" Gesellschaft. „Wir sind nicht behindert, wir werden behindert" – dieser zentrale Satz benennt die soziale Konstruktion von Behinderung und macht deutlich, dass nicht die Behinderung das Problem ist, sondern die Barrieren, die eine ableistische Gesellschaft errichtet.
Marion Portens EIN ROLLATOR FÜR SICH ALLEIN nimmt Virginia Woolfs feministische Forderung nach einem „eigenen Zimmer" auf und übersetzt sie in die Lebenswirklichkeit einer Frau*, die mit ME/CFS lebt. Die Kamera richtet sich auf einen Rollator, der zum Träger einer skulpturalen Ansammlung von Hilfsmitteln wird – WC-Stuhl, Schlafmasken, Medikamentenkiste, bis hin zum Antrag auf Pflegegeld. Porten lenkt unseren Blick auf eine Krankheit, die Betroffene unsichtbar macht, weil sie in abgedunkelten, reizreduzierten Räumen verschwinden müssen. Doch statt einer Leidenserzählung bietet sie eine ironische Perspektive, die Sichtbarkeit strategisch einsetzt: Die Skulptur macht nicht nur die Last der Krankheit sichtbar, sondern auch die Privilegien, die nötig sind, um überhaupt zu überleben. Der Film ist ein Aufruf zur Solidarität und zum Verbünden.