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Emma Calder & Terril Calder im Porträt - Tricky Women als feministischer Raum für Diskurs

Das Ziel von Tricky Women Tricky Realities ist es, vielfältige feministische Räume zum Kennenlernen, Vernetzen, Solidarisieren und Lernen zu schaffen, die Möglichkeit zur gegenseitigen professionellen, kreativen, politischen und gesellschaftlichen Unterstützung eröffnen. Diese zeichnen sich durch Stimmenvielfalt, sowie kollektive Freude an und Inspiration durch Animation aus. Ein wichtiger Teil davon sind diskursive Formate, die über Filme hinausgehen, deren Entstehungsprozesse auffalten und sie hinsichtlich feministischer Diskurse befragen. Mit Mitschnitten aus dem Festival möchten wir euch euch Einblicke in das Schaffen der Animationskünstlerinnen Emma Calder und Terril Calder bieten.

 

EMMA CALDER: BEWARE OF TRAINS – THE JOURNEY

„Eines Nachts träumte ich, dass ich jemanden ermordet hätte – und ich konnte den Gedanken nicht loswerden. Am nächsten Tag schrieb ich eine Strom-der-Bewusstseins-Geschichte, inspiriert von diesem Albtraum“, sagt Emma Calder über ihr wegweisendes Werk BEWARE OF TRAINS.

Über mehr als 40 Jahre hinweg hat Emma Calder eine unverwechselbare Karriere als unabhängige Animatorin und Produzentin aufgebaut, mit Arbeiten in Kurzfilm, Musikvideo und Kinderfernsehen. 2023 präsentierte Tricky Women – Tricky Realities eine Retrospektive ihrer Werke. Im selben Jahr gewann Calder den Maria Lassnig Golden Film Reel beim Festival für ihren Film BEWARE OF TRAINS.

Im Vortrag BEWARE OF TRAINS – THE JOURNEY teilt die Filmemacherin die Inspiration, den Entstehungsprozess und die 24-jährige Reise hinter ihrem Film BEWARE OF TRAINS. Sie berichtet, wie sie das Projekt am Leben erhielt, während sie gleichzeitig andere Jobs, Filme und Lehrtätigkeiten jonglierte, bevor sie schließlich die Finanzierung sichern konnte, um den Film zu realisieren. Calder, bekannt für ihre Vielseitigkeit in unterschiedlichen Stilrichtungen, vereint in diesem Film ihre Meisterschaft der Collagetechnik und verbindet traditionelle mit modernen Methoden. Die Präsentation zeigt frühe Entwürfe, Storyboards und einen Blick hinter die Kulissen, wie sie den Film während des Lockdowns in einem winzigen Studio umsetzte.

Über mehr als 40 Jahre prägte Emma Calder die Animationslandschaft durch Filme, Bücher, Design und ihre Lehrtätigkeit und setzte sich mit Nachdruck für unabhängige Stimmen und neue Fördermöglichkeiten ein. Trotz der rückläufigen Unterstützung für diese Kunstform blieb sie eine treibende Kraft der britischen Animation.

2024, auf dem Höhepunkt ihrer Karriere, begann sie mit der Arbeit an House of Love, bevor bei ihr eine Krebserkrankung diagnostiziert wurde. Obwohl sie den Film nicht selbst vollenden konnte, hinterließ sie detaillierte Notizen und Anweisungen, die es ihrem Team ermöglichten, das Werk zu Ende zu führen.

Emma Calders Film BEWARE OF TRAINS könnt ihr ab dem 15. März, 19:00 Uhr, im Jubiläumspogramm FLICKERING SELVES für 48 Stunden streamen. 2024, auf dem Höhepunkt ihrer Karriere, begann sie mit der Arbeit an HOUSE OF LOVE, bevor bei ihr eine Krebserkrankung diagnostiziert wurde. Obwohl sie den Film nicht selbst vollenden konnte, hinterließ sie detaillierte Notizen und Anweisungen, die es ihrem Team ermöglichten, das Werk zu Ende zu führen. HOUSE OF LOVE könnt ihr exklusiv online ebenso ab 15. März, 19:00 online sehen.

TERRIL CALDER: HUMANIZING THE „OTHER“ TAKING BACK OUR INDIGENOUS STORIES AND NARRATIVES IN FILM

„Meine Inspiration kam schon immer aus meinem Interesse, meinen Platz in der Welt zu verstehen und meine Reise in künstlerischen Ausdruck zu übersetzen. Kreativität und Erfindung sind meine Inspiration. Mein Lebensziel ist es, andere dazu zu inspirieren, kreativ zu denken und alte Konventionen nicht einfach als Norm zu akzeptieren, sondern sie zu hinterfragen, wenn sie keinen Sinn mehr ergeben.“ – Terril Calder

Im Vortrag HUMANIZING THE ‛OTHER’ TAKING BACK OUR INDIGENOUS STORIES AND NARRATIVES IN FILM untersucht Terril Calder ihre Erfahrungen darin, den „anderen“ auf der Leinwand zu vermenschlichen, und wie sie und ihre indigenen Kolleg:innen ihre Geschichten und Narrative durch Film zurückerobert haben. Sie zeigt, wie diese kreative Rückeroberung sowohl als Aktivismus als auch als Form der Heilung dient. Calder wird außerdem ihre neuesten Werke vorstellen und aufzeigen, wie Film ein kraftvolles Mittel sein kann, um gesellschaftlichen und politischen Wandel anzustoßen.

 

Credits: Headerbild - Meneath: The Hidden Island of Ethics, Terril Calder, CA 2021